Fachtag „Interkulturelle Verbraucher*innenbildung“


Am 15. November 2019 hat in Berlin der Fachtag „Interkulturelle Verbraucher*innenbildung“ stattgefunden. Der Fachtag wurde im Rahmen des Projektes „Verbraucher*innenPlus-Interkulturelles Netzwerk für Verbraucher*innenbildung“ organisiert und im Tagungshotel Mercure Berlin-Tempelhof durchgeführt. Auf der Fachtagung wurden die bisherigen Ergebnisse des vom Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) in Kooperation mit der Türkischen Gemeinde in Niedersachsen (TGN) durchgeführten Projektes präsentiert.

Nach der Begrüßung und der Projektvorstellung durch die Projektleiterin Ayşe Demir hat Herr Staatssekretär Gerd Billen vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz an die Anwesenden ein Grußwort gerichtet. Er betonte die besondere Bedeutung solcher Projekte, um die Themen des Verbraucherschutzes an die migrantische Zielgruppen heranzutragen. Herr Staatssekretär Gerd Billen überreichte auch die Teilnahmebescheinigungen der Multiplikator*innen.
In diesem Projekt wurden in Berlin und Niedersachsen Multiplikator*innen aus unterschiedlichen Migrantencommunities durch die Expert*innen der Verbraucherzentralen Berlin und Hannover in Themen des Verbraucherschutzes geschult. Mittlerweile sind an den beiden Standorten die geplanten 12 Schulungen vollständig abgeschlossen. Die geschulten Multiplikator*innen sind nunmehr dabei, entsprechend der Projektkonzeption in ihren eigenen Communities Informationsveranstaltungen auch in den Herkunftssprachen anzubieten. Bis zum Abschluss des Projektes Ende Juli 2020 sollen alle Multiplikator*innen mindestens fünf Informationsveranstaltungen durchgeführt haben.

Auf der Fachtagung haben vier Multiplikator*innen von ihren Erfahrungen berichtet. Allen vier war eigen, dass das Erlernte ihr eigenes Verhalten auch nachhaltig positiv beeinflusst hat. Somit würden sie sich in ihrem Verbraucherverhalten wie z.B. in ihrer Reaktion bei einer Telefonwerbung selbstbewusster verhalten. Dies ist eine sehr gute Voraussetzung für die Informationsveranstaltungen, die sie selbst durchführen.
Im Rahmen des Projektes wurde ebenfalls ein Wegweiser für die Multiplikator*innen erstellt, um ihnen praktische Hinweise zu ausgewählten wichtigen Themen zu geben. Hierbei sind themenspezifisch Links zu den relevanten Beratungsstellen eingebaut worden. Auf dem Fachtag wurde der Wegweiser vorgestellt und den Multiplikator*innen verteilt.

Im weiteren Verlauf des Tages wurden in drei Arbeitsgruppen drei Verbraucherschutzthemen besprochen.

  • Patientenverfügung
  • Energiesparen im Haushalt
  • Sammelklage

Der Fachtag endete mit einer Podiumsdiskussion, an der sich das Publikum rege beteiligte. Thomas Blöink, Unterabteilungsleiter aus der Abteilung „Verbraucherpolitik, digitale Gesellschaft, Verbraucherrechtsdurchsetzung“ im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Dörte Elß, Vorstand Verbraucherzentrale Berlin, Olga Gerber, Multiplikatorin im Projekt, Club Dialog e.V. und Maria Macher, Vorsitzende des Fördervereins der Aziz-Nesin-Grundschule haben darüber diskutiert, welche speziellen Bedarfe die Menschen mit einer Migrationsgeschichte in Bezug auf die Themen des Verbraucherschutzes haben. Es wurde festgehalten, dass die Bedarfe je nach Communities sehr unterschiedlich sein können. Einig waren sich das Podium und das mitdiskutierende Publikum darin, dass sich der Multiplikatorenansatz, um die Zielgruppe zu erreichen, bewährt hat; und der Zugang über die Migrantenorganisationen unerlässlich ist, um die Zielgruppe mitzunehmen, zu sensibilisieren und ein selbstbewussten Verbraucherverhalten zu entwickeln.


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