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07.09.2006 - Presseerklärung
ES GIBT KEINE RECHTFERTIGUNG FÜR BEDROHUNG UND GEWALT

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg zeigte sich betroffen über den Rückzug der Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ate?. Alle gesellschaftlichen Kräfte –insbesondere in der Türkischen Community- seien aufgefordert, zu reagieren.

Allerdings zeigte sich der TBB auch verwundert über die Vorwürfe von Frau Ate? gegenüber dem TBB und seinem Dachverband, der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

Der TBB habe bspw. nach dem so genannten Ehrenmord an Hatun Sürücü nicht nur sofort öffentlich reagiert sondern auf einer Fachtagung mit Expert/innen versucht, Gegenstrategien zu entwickeln (s. nachfolgend den 10- Punkte-Plan des TBB). „Dass es bei der gesellschaftlichen Analyse unterschiedliche Meinungen gegeben hat, ist aber selbstverständlich. Daraus den Vorwurf einer ‚Teilnahme an einer Hetzkampagne’ abzuleiten, ist allerdings nicht nachvollziehbar“, erklärte der Sprecher des TBB, Safter Ç?nar.

Gewalt gegen Frauen sei ein ernsthaftes Problem auch in der türkischen Community. Der TBB halte es für eine der vordringlichsten Aufgaben, hiergegen anzugehen und dem Selbstbestimmungsrecht der Frauen zur Geltung zu verhelfen. Ebenso werde der TBB weiterhin davor warnen, durch unzulässige Pauschalierungen die ganze türkische Community zu stigmatisieren.

„Wir bieten Frau Ate? an, zusammenzukommen und gemeinsam an dieser Problematik zu arbeiten“, sagte Ç?nar.

10-PUNKTE-PLAN DES TBB
ZUR BEKÄMPFUNG DER INTOLERANZ GEGENÜBER FRAUEN
vom 25.02.2005
Der TBB ist bestürzt über die in den letzten Monaten verübten Gewalttaten gegenüber Frauen. Der TBB fordert alle gesellschaftlichen Kräfte auf, gemeinsame Strategien zu entwickeln, um ähnliche Vorkommnisse in der Zukunft zu verhindern.
Für den TBB geht es um die Frage, wie Wertevorstellungen des Grundgesetzes umgesetzt werden können, und nicht um vermeintlich “deutsche”, “türkische” oder “islamische” Werte. Der TBB warnt vor rassistischen Tendenzen in diesem Zusammenhang.
Wir stellen folgende Thesen zur Diskussion:
1) Null-Toleranz gegenüber Gewalt an Frauen
2) Keine Toleranz gegenüber repressiven Einstellungen aus vorgeschobenen religiösen oder traditionellen Gründen
3) Ächtung von Wertevorstellungen, die Frauen diskriminieren
4) Öffentliches und aktives Bekenntnis aller türkischer und islamischer Organisationen zum Selbstbestimmungsrecht der Frauen
5) Förderung des inner-türkischen sowie inner-islamischen Diskussionsprozesses in Bezug auf die Gleichberechtigung der Frauen
6) Strikte Strafverfolgung der Zwangsverheiratung, Aufklärung in der türkischen und islamischen Community
7) Interkulturelle Öffnung der Bildungseinrichtungen und Förderung der interkulturellen Kompetenz der Lehrkräfte
8) Einrichtung eines Lehrstuhls für Islamische Theologie an einer der Berliner Universitäten; Einführung eines Islamkunde-Unterrichts an den Berliner Schulen
9) Durchsetzung der Schulpflicht in Bezug auf Schwimm-, Sport-, Biologie- und Sexualkundeunterricht
10) Sachliche Darstellung der Werte des Islam in der Öffentlichkeit

Der TBB ist bereit, mit allen seinen Kompetenzen und Möglichkeiten an einer sachlichen Diskussion und an Problemlösungen mitzuwirken.

 
     
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