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09.03.2010 - News
Statement zur Mehrsprachigkeit

Zum "Unterzeichnen" des Statment zur Mehrsprachigkeit

klicken Sie bitte hier.

„Mit jeder Sprache, die du erlernst, befreist du einen bis daher in dir gebundenen Geist.” (Friedrich Rückert)
Mehrsprachigkeit stellt eine wichtige Ressource in unserer globalisierten Gesellschaft dar und hat sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft große Bedeutung. Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist in vielen Regionen der Welt Mehrsprachigkeit der Normalfall.

In vielen dieser Gesellschaften ist das Recht auf Muttersprache (neben offiziellen Staats-oder Verkehrssprachen) in den Verfassungen verankert. Jedes Mitglied unserer Gesellschaft sollte nicht nur das Recht haben, seine Sprache in der Familie und im privaten Umfeld zu gebrauchen, sondern die Sprache sollte auch eine angemessene gesellschaftliche Akzeptanz erfahren.

Die Anerkennung der Muttersprachen ist ein wichtiger psychologischer Faktor für Menschen mit Migrationshintergrund, da ihre Sprachen wesentlich ihre Identität prägen.

Die Förderung der Muttersprachen ist nicht als Gegensatz zur Förderung der deutschen Sprache zu sehen. Denn mehrsprachige Menschen sind ein bedeutendes Potential für unsere Gesellschaft:

• Sie besitzen ein differenziertes Bewusstsein von Sprache und lernen weitere    Sprachen leichter als Einsprachige.
• Sie haben eine differenziertere Sicht auf die Welt und sind daher flexibler im Hadeln.
• Sie können eine Brückenfunktion einnehmen als Vermittler zwischen unterschiedlichen Kulturen.

All diese Fähigkeiten können sie aber nur entfalten, wenn ihre Sprachen anerkannt und gefördert werden. Diese Förderung liegt auch im Interesse unserer Gesellschaft, da sie einhergeht mit dem Erhalt und den Ausbau der Sprachenvielfalt in unserem Land. Von der Sprachenvielfalt profitieren nicht zuletzt der Wissenstransfer, der Tourismus und unsere Wirtschaftsbeziehungen. Viele internationale Unternehmen und Organisationen sehen zwei- und mehrsprachiges Personal als wichtigen Standortfaktor.

Wir plädieren daher für eine gesellschaftliche Wertschätzung der Mehrsprachigkeit. Damit meinen wir nicht nur die „Elite“-Mehrsprachigkeit mit Prestigesprachen wie Englisch oder Französisch, sondern besonders die natürliche Mehrsprachigkeit aller Menschen, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben. So sollte die Herkunftssprache in der Schule als vollwertige Sprache anerkannt und als Teil des Fremdsprachenunterrichts oder als eine der Unterrichtssprachen angeboten werden. Die Möglichkeit einer frühen mehrsprachigen Erziehung sichert allen Kindern die Chance, ihr intellektuelles Potential zu nutzen und eröffnet ihnen die Perspektive, den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

Dieser Appell richtet sich somit zuallererst an die Verantwortlichen in Politik und Bildungswesen, der Vielfalt der Sprachen, die in unserem Land gesprochen werden, auch in der schulischen Realität Rechnung zu tragen.

 
     
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