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05.02.2010 - News
Menschenrechte verteidigen - Gleichstellung verwirklichen

Terre des Femmes

TBB

Gemeinsam zur Gedenkkundgebung von Hatun Sürücü

Am kommenden Sonntag vor fünf Jahren wurde Hatun Sürücü, eine junge türkischstämmige Frau und Mutter, aus nächster Nähe erschossen. Sie wurde Opfer eines so genannten „Ehrenmordes“, weil sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten wollte, und starb am Abend des 7. Februar 2005 in der Oberlandstraße in Tempelhof.

Durch dieses Verbrechen wurde ein lange überfälliger Diskurs angestoßen. Ein Thema, das bis dato kaum im öffentlichen Blick war, wurde zunehmend leidenschaftlich diskutiert. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen und es konnten kleine, aber deutliche Erfolge erzielt werden. Die Wachsamkeit gegenüber dem Thema ist allgemein höher und die Diskussion über dringend erforderliche Gegenstrategien ist nicht, wie so oft bei anderen Themen, schnell verebbt.

Ein umfassender Schutz für Frauen, die von Gewalt und Zwangsverheiratung bedroht sind oder gar um ihr Leben fürchten müssen, erfordert umfangreiche Maßnahmen und rechtliche Anpassungen. Hierzu gehören unter anderem die umfassende rechtliche Absicherung für Opfer von Gewalt in der Ehe und Zwangsheirat, der Ausbau von Schutzmaßnahmen für betroffene Frauen, zielgruppenadäquate Sensibilisierungskampagnen und nicht zuletzt eine wirksame Präventionsstrategie.

Um Zwangsverheiratung und Gewalt gegen Frauen wirksam entgegenzutreten, benötigen wir vor allem Konzepte, die die Communities als Partner/innen aktiv und verantwortlich einbeziehen. Immer mehr Migrant/innenorganisationen werden zum Thema Zwangsverheiratung und „Ehrenmord“ hörbar und zeigen ihre Bereitschaft, an Präventions- und Interventionsstrategien mitzuwirken. Auf diesen kleinen Schritten muss eine gemeinsame Strategie aufbauen. Dazu gehört, diese neue Sensibilisierung in den Communities wahrzunehmen und anzuerkennen. Alle Akteur/innen müssen gleichermaßen bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und den gemeinsamen Prozess zu gestalten.

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg und TERRE DES FEMMES setzen sich uneingeschränkt dafür ein, dass jede Frau die Chance erhält, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Es kann keine wie auch immer geartete Legitimation geben, um dieses Recht zu beschneiden.

Hatun Sürücü ist ein Opfer geworden, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Aus diesem Grund rufen TERRE DES FEMMES und TBB zur Teilnahme an der Gedenkkundgebung am Sonntag, den 07. Februar 2010, 11.00 Uhr an der Haltestelle Oberlandgarten in der Oberlandstraße in Tempelhof auf.


 

 
     
Hatun und Can
Hatun und Can